Kurz vor dem Jahresende ist es nun Zeit, eine kurze Zusammenfassung unserer eigenen Statistiken für Abmahnungen in 2011 wieder zu geben.
Urheberrecht/Filesharing: Das Jahr kann sich von der Quantität der Abmahnungen mit 2010 messen. Auch wenn partiell einige Kanzleien scheinbar etwas weniger zu tun hatten, so verteilte sich die Gesamtzahl auf einige Kanzleien mehr. Diese wurden vorwiegend von Anwälten gegründet, welche vorher bei anderen Abmahnkanzleien erste praktische Erfahrungen sammeln konnten. Auch in 2011 wurden die wenigsten Fälle vor Gericht verhandelt.
Urheberrecht/anderes: Neben dem Filesharing waren im Urheberrecht eine Vielzahl an Abmahnungen wegen der unberechtigten Verwendung von Bildern fest zu stellen. Hervorzuheben ist dabei das professionelle Modell eines Abmahners aus Hannover, der ohne Anwalt Abmahnungen verschickt. Dabei ist der Schadenersatz gerade so hoch bemessen, dass die Einnahmen gut sein sollten aber eine anwaltliche Beratung, die mit zusätzlichen Kosten verbunden wäre, wirtschaftlich nicht sinnvoll erscheint. Daher war es mir ein Vergügen, darüber mehrfach auf meinem Blog zu schreiben. Schön ist, dass ich allein dadurch zwei treue Leser gewonnen habe: Den Fotografen und den Abmahner, der vom Fotografen die Nutzungsrechte erhalten hat.
Markenrecht: Die Abmahnungen hier sind nach unserer Statistik im üblichen Rahmen der Vorjahre geblieben.
Wettbewerbsrecht: Nach unserer Auffassung ist hier die Zahl leicht rückgängig. Wahrscheinlich gab es in letzter Zeit zu oft Urteile mit dem Hinweis auf die Rechtsmissbräuchlichkeit. Wenn aber Abmahnungen erfolgtem so dann meist im nennenswerten Umfang. Hier war eine Firma aus Dortmund auffällig, die von einer namhaften Dortmunder Kanzlei vertreten wird. Das OLG Hamm hat der Firma sehr deutlich gemacht, dass auch bei einem Millionenumsatz ein Rechtsmisbrauch schnell erkannt werden kann.
Es bleibt nun abzuwarten, wie sich 2012 entwickelt.

